Manchmal sind die Wege verschlungen. Marco Fetz hat seine Richtung jetzt in der IDM Supersport 600 gefunden. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele, Felix Wiessmann

Er wurde schon als Nachwuchsfahrer bei Wilbers-BMW gehandelt, sein Aufstieg in die IDM Superbike 1000 schien damit besiegelt, doch Marco Fetz hat sich nach vielem Hin- und Herüberlegen für einen anderen Plan entschieden. Der Superstock 600-Sieger von 2018 wechselt in die IDM Supersport 600-Klasse. Seine Yamaha YZF-R6, die er letztes Jahr schon hatte, wird entsprechend des freieren Reglements umgebaut.

Warum der Umschwung? „Es hätte nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagt Fetz, „das 600er-Projekt ist für uns leichter zu stemmen. Auch im Falle eines Sturzes, wenn wir Ersatzteile brauchen.“ Die Crew von Marco Fetz bleibt die alte, ausgenommen der Fahrwerksmann. Er kam in der letzten Saison von Wilbers, jetzt wird ein neuer angeheuert.

28.09.2018-30.09.2018 IDM Finale Hockenheim 2018 / IDM – Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft
Der 19-jährige Fetz stand 2018 nach allen Rennen auf dem Podium. Der Bayer aus Kleinbreitenbronn gewann sechs Rennen, wurde drei Mal Zweiter und genauso oft Dritter. Fetz ist ein Kämpfer. Tagsüber ist er der Industriemechaniker-Azubi im dritten Lehrjahr, nachmittags der Jogger und Fitnessstudio-Kunde. Er hat auch schon versucht, mehr auf seine Ernährung zu achten. Schwierig für einen Schokoladen-Fan. „Aber jetzt klappt es besser als letztes Jahr“, erzählt Fetz, „mein Wille ist stärker.“

Er peilt eine Platzierung in den Top 8 der IDM Supersport an. „Max Enderlein, Daniel Rubin und Marc Buchner werden wohl ganz vorne sein“, schätzt er. „Wenn ich in einem Rennen aber ein Mal unter die ersten Fünf kommen könnte, wäre das ein super Ding.“