Danny de Boer muss sich auskurieren. So lange kann Kawasaki nicht warten. Die Telefonleitungen glühen bereits. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Danny de Boer schien ein sicherer IDM Superbike 1000-Kandidat für das Kawasaki-Team von Emil Weber aus der Schweiz zu sein. Mit de Boer, der zum Saisonbeginn 2018 bei Yamaha MGM Racing das Handtuch warf, kurz pausierte und dann bei Weber Motos anheuerte, sollte die Entwicklung der ZX-10R fortgesetzt werden. Doch dazu kommt es nicht. Der vor einem Jahr noch schwer umworbene Niederländer zieht sich in der kommenden Saison zurück.

Die Erklärung: gesundheitliche Probleme. Schon 2017 erkrankte der 28-Jährige am Pfeifferschen Drüsenfieber. Es geht ihm nicht besonders gut. Viele weitere Rückschläge im Rennsport und auch privat, allem voran der frühe Tod seiner Mutter, haben Spuren hinterlassen. De Boer ist momentan nicht fit. Er hat Emil Webers Angebot für eine weitere IDM Superbike 1000-Saison abgelehnt.

„Dannys Kommunikation mit uns war absolut transparent. Ich hoffe, dass er bald wieder fit ist“, wünscht sich Weber, der umgehend hinzufügt: „Die Tür steht ihm bei uns offen.“ De Boer wird an seinem Comeback arbeiten, wenn ihm die Ärzte grünes Licht gegeben haben. Er geht davon aus, im Jahr 2020 wieder am Start zu stehen. Der IDM Superstock 1000-Meister von 2016 war im Folgejahr der einzige Fahrer, der den damals überragenden Markus Reiterberger schlagen konnte.

Doch auch wenn de Boer nun fehlt, Kawasaki wird in der IDM Superbike 1000 trotzdem vertreten sein. „Wir haben einen Plan B in der Tasche“, gibt Kawasaki-Manager Carsten Haufe preis. „Es wird wahrscheinlich einen anderen Fahrer-Deal mit der Weber-Truppe geben. Es sind auch noch zwei oder drei weitere Partner im Gespräch.“