Jetzt steht fest, wo es lang geht. Die Sidecars bleiben im IDM-Programm, das in der Dreirad-Fraktion noch mehr Action verspricht. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

„Die Sidecars bleiben auch 2019 ein fester Bestandteil der IDM“, sagt IDM-Serienmanager Normann Broy. Die Motor Presse Stuttgart als Promotor und die IGG (Interessengemeinschaft Gespannrennen e.V.) sind sich einig, gemeinsame Sache zu machen.

Was neu ist: Es wird mehr Augenmerk auf Gespanne mit 600er-Antrieb gelegt. Im IDM-Feld werden Gespanne der Hubraumklassen bis 600 und 1000 cm³ um den Titel kämpfen. Voraussetzung ist, dass in jeder Hubraumklasse mindestens sechs Teams eingeschrieben sind. Alle sollen im gleichen Feld fahren bei separater Wertung. IGG-Chef Robert Werth ist optimistisch, was den Zulauf betreffen würde: „Es haben auch zahlreiche Niederländer Interesse angemeldet, an der IDM teilzunehmen.“

Interessant ist die Klasse mit 600er-Motoren vor allem auch für Teams aus der Sidecar-Weltmeisterschaft. Deutschland würde ihnen eine Bühne bieten, auf der sie auch in den Grand-Prix-Pausen Rennen bestreiten können. In der WM sind ausschließlich 600 ccm-Gespanne erlaubt.

In der IDM wurde seitens der IGG bislang auf den 1000 ccm-Motoren beharrt. Denn die Interessengemeinschaft ist bis heute nicht von der Sinnhaftigkeit, in der WM auf 600er zu setzen, überzeugt. Die von der FIM eingeführte Umrüstung für die Weltmeisterschaft stehe nach wie vor in keinem Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen. Beweggründe für die vor zwei Jahren eingeführte Hubraum- und Leistungsreduzierung sahen die Befürworter in diversen schweren Unfällen in der Vergangenheit. Außerdem seien die Beifahrer der brachialen Kraftentfaltung der großen Motoren nicht mehr gewachsen. Die IGG entspricht dem vehement und hält die 1000 ccm-Viertakter und 1200 ccm-Zweizylinder-Fraktion am Leben.

Die Einführung der 600er als IDM-Prädikatsklasse würde für die Teilnehmer wie auch die IGG eine Orientierung nach oben bedeuten. Und aller Voraussicht nach lassen sich die WM-Aufsteiger Josef Sattler/Uwe Neubert dann auch weiterhin in der IDM blicken, sofern es keine Terminüberschneidungen gibt.

Übrigens: Peter Schröder hatte gegen Ende der Saison seinen Rückzug als Fahrer erklärt. Das IDM-Urgestein aus der Schweiz wollte höchstens Gaststarts beim Europacup absolvieren, aber er schwenkte um und setzt nun doch auf ein weiteres Jahr in der IDM. Das ist auch ganz im Interesse seiner 25-jährigen deutschen Beifahrerin Denise Kartheininger. Ihr Ehemann Daniel Kartheininger fährt in der IDM Superbike 1000 und beide haben die gleiche Reiseroute.