Er brauchte keinen Sieg und fuhr nach dem Dilemma von gestern auf Sicherheit: Toni Erhard hat den Titel auch mit Köpfchen geholt. Text: Dirk Johae; Fotos: Dino Eisele

Der KTM-Pilot Toni Erhard ist der neue Meister in der IDM Supersport 300. Mit seinem zweiten Platz beim letzten Saisonrennen auf dem Hockenheimring gewinnt der 17 Jahre alte Abiturient aus Schwarzenberg-Pöhla die Gesamtwertung in der IDM-Nachwuchsklasse. „Ich habe im Rennen nie daran gezweifelt, dass ich den Titel gewinne. Ich war ja immer in der Spitzengruppe dabei“, berichtet Erhard. „Im Gegensatz zum Rennen gestern bin ich heute auf Sicherheit gefahren.“ Beim ersten Rennen des IDM-Finales war das große Talent des Kiefer Racing Teams in Führung liegend gestürzt und konnte keine Punkte sammeln. Sein stärkster Verfolger Dion Otten fährt mit einem Doppelsieg in Hockenheim noch auf den zweiten Platz in der Meisterschaft vor. Mit der Maximalausbeute von 50 Punkten verdrängt der 15 Jahre alte Honda-Fahrer aus Assen noch seinen Landsmann Victor Steeman, der auf den IDM-Start zugunsten des WM-Finales in Frankreich verzichtet.

Hinter Erhard und Otten zeigt Max Schmidt auf KTM seine stärkste Saisonleistung. Der 15-jährige Wuppertaler führt zwischenzeitlich sogar das Feld an. Der Gesamtsieger des ADAC Junior Cups von 2017 hat sich vom fünften Startplatz aus an die Spitze des Führungsquartetts gearbeitet. Doch nach leichten Problemen mit dem Antrieb fährt Schmidt auf dem dritten Platz ins Ziel. Dennoch ist der Freude bei ihm und seinem GAP Junior Team über die erste IDM-Podiumsplatzierung riesengroß.

Die erfolgreichen IDM-Nachwuchsfahrer blicken bereits Richtung neue Saison: Der neue IDM-Meister Toni Erhard und sein größter Gegner Dion Otten planen in der kommenden Saison einen Start in der IDM Supersport 300. „Wir fokussieren uns auf die IDM, aber es könnte auch die WM werden – mal sehen“, sagt Vizemeister Otten. Für Erhard steht im nächsten Jahr neben der Titelverteidigung auch das Abitur an. „Dafür brauche ich Zeit“, meint Erhard, der neben seiner Rennkarriere auch die Berufsausbildung im Blick hat.