Vorsorge statt Titelgewinn. Victor Steeman ist aus der IDM abgedriftet und hofft auf ein Dauer-Abo in der WM. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Toni Erhards größter Gegner im Titelkampf in der IDM Supersport 300 fehlt beim Finale in Hockenheim. Der Niederländer Victor Steeman hat einen weiteren Einsatz in der 300er-Weltmeisterschaft vorgezogen. Er startet dieses Wochenende im französischen Magny-Cours und ersetzt zum zweiten Mal den verletzten Koen Meuffels auf der KTM des Fortron-Racing- Teams. Steeman hatte vor zwei Wochen in Portimâo mit einem 15. Platz einen guten Einstand gegeben, was das Team veranlasste, ihn beim WM-Finale nochmals zu engagieren. Steeman erbat sich trotz der verlockenden Offerte Bedenkzeit und musste eine schwere Entscheidung treffen.

Grund ist, dass er auf mindestens einen Titelgewinn 2018 verzichtet, wenn er nicht in Hockenheim startet. Nach seinem Gewinn der Minibike-Meisterschaft und des Molenaar Honda NSF-Cups sind nun die ersten großen Titel im Straßenrennsport in Reichweite. In der IDM Supersport 300 ist er mit nur zehn Punkten Rückstand Zweiter hinter Toni Erhard und. Die niederländische KNMV-Meisterschaft führt Steeman an. Es wäre alles drin. „Ich musste mir deshalb alles doppelt und dreifach überlegen“, sagt der Teenager aus Lathum, „aber ich muss auch auf 2019 schauen und habe der WM den Vorrang gegeben.“

Toni Erhard, der dem Niederländer ausgerechnet auf dessen Heimstrecke in Assen die IDM Supersport 300-Führung abgejagt hatte, ist damit fast schon am Ziel. Dion Otten, der einzige Honda-Fahrer im Feld, wird ihm mit derzeit 47 Punkten Rückstand auf dem Weg zum Titel kaum noch gefährlich werden. Zumindest theoretisch.