Mit Glenn van Straalen gewann der einzige Suzuki-Fahrer des Feldes das Rennen. Doch als Gast bekam er keine Punkte. Daniel Rubin sahnte zum zweiten Mal die komplette Anzahl ab. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Damit hat niemand gerechnet: Daniel Rubin (Yamaha) gelang in Assen ein Doppelsieg, jedenfalls nach Punkten. Das macht ihn jetzt zum unmittelbaren Titelkonkurrenten von Max Enderlein. Der Sachse war am Freitag im freien Training gestürzt und hatte sich am Schlüsselbein verletzt. Sein Team trat umgehend die Heimreise an, um den Yamaha-Fahrer nach der Erstversorgung im Krankenhaus Assen in der Heimat weiter ärztlich betreuen zu lassen. Nach dem Kontakt mit Dr. Uwe Fischer, dem Rennarzt vom Sachsenring, wurde Enderlein am Samstag um 13.00 Uhr im Krankenhaus von Hartmannsdorf operiert. Unfallchirurg Alexander Zahn richtete den Bruch in der Schulter und stabilisierte die verletzte Stelle mit einer Platte und sechs Schrauben. Enderlein wird das Krankenhaus am Montag verlassen und will alles versuchen, um beim Hockenheim-Finale in drei Wochen wenigstens halbfit wieder in den Titelkampf einzusteigen.

Daniel Rubins Doppelsieg hat den 22-jährigen Enderlein schwer überrascht. „Ich habe alles verfolgt, was in Assen passiert ist. Die jetzige Konstellation ist sehr interessant. Ich kann nicht einschätzen, wie stark Rubin gefahren ist, weil ich nicht dabei war, aber das Ergebnis hat mich überrascht.“ Der Yamaha-Kollege ist bis auf 12 Punkte auf ihn herangefahren.

Tatsächlicher Sieger des zweiten Laufes wurde Glenn van Straalen (Suzuki), ein Gastfahrer aus den Niederlanden. Er ist aber als Gast nicht punkteberechtigt. Rubin, der das Ziel optisch als Zweiter erreichte, erhielt deswegen die volle Punktzahl. Dritter wurde Sander Kroeze, dem mit Vasco van der Valk und Scott Deroue noch zwei weitere Niederländer folgten. Kevin Wahr wurde als Sechster abgewunken, aber später disqualifiziert. Das erfuhr der Nagolder aber erst, als er schon auf dem Heimweg war. Sein Team musste noch bei der technischen Kommission vorstellig werden. Die Schwungscheibe an der YZF-R6 wurde nicht akzeptiert. „Wenn die Punkte weg sind, dann hat sich das mit dem Titel erledigt“, stellte Wahr enttäuscht fest. „Selbst inklusive der Punkte wäre es schon schwer geworden. Ich hoffe, dass ich in Hockenheim beim Finale noch zwei Rennen problemfrei durchkomme. Dann wäre ich glücklich.“ Und wo blieb WM-Fahrer Rob Hartog (Kawasaki), der im ersten Rennen eine Disqualifikation einstecken musste? Er stürzte im Kampf um den Sieg in der vorletzten Runde.

In der Superstock 600-Wertung ging der Sieg an Stefan Ströhlein (Yamaha), den Mann mit der Nummer „16“ auf der Verkleidung. Marco Fetz wurde Zweiter, Dritter Moritz Jenkner. In der Tabelle führt Fetz vor Jenkner und Ströhlein. Aber so wie die letzten Rennen abgelaufen sind, kann da noch einiges passieren.