Trockene Bedingungen, bekannte Strecke. Ilya Mikhalchik (#50) ließ die Konkurrenz im Rennen neun Sekunden hinter sich. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Hektik auf dem Grid. Wegen der unklaren Wetterlage wurde der Start des ersten Laufes in der IDM Superbike 1000 um einige Minuten verschoben. Reifenpoker war angesagt. Der im Wetterradar angekündigte Regenschauer machte aber wohl doch einen Umweg und zog vorbei. Das ganze Feld rückte schließlich mit Slicks aus.

BMW-Titelfavorit Ilya Mikhalchik suchte wie immer sein Heil in der Flucht, gefolgt von Lorenzo Lanzi auf der MGM-Yamaha. In der dritten Runde drängte sich Bastien Mackels dazwischen, in der vierten schied Lanzi bereits aus. Er rollte mit technischen Problemen an die Box.

Auf der Strecke ging es hinter Mackels aber munter weiter. Dominic Schmitter (Suzuki) führte die Verfolgergruppe mit Pepijn Bijsterbosch (BMW), Toni Finsterbusch (Suzuki), Julian Puffe (BMW), Ricardo Brink (Yamaha), Stefan Kerschbaumer (Yamaha), Danny de Boer (Kawasaki), Alessandro Polita (Honda) und Daniel Kartheininger (Yamaha) an. Dort ging es drunter und drüber. Ständig wechselten die Positionen.

Während sich Mikhalchik an der Spitze immer weiter von Mackels entfernte und hinter dem Belgier auch wiederum eine 10-Sekunden-Lücke klaffte, verteidigte Schmitter seine dritte Position standhaft bis zur elften Runde. Danach jedoch war Julian Puffe auf dem Weg aufs Podium nicht mehr zu halten. Der Schleizer hatte noch einen dicken Hals vom Vortag. Im Qualifying hatte er gestern die viertschnellste Zeit vorgelegt. Damit hätte er heute theoretisch in den beiden IDM Superbike 1000-Läufen die zweite Startreihe eröffnet. Tatsächlich war er aber um vier Plätze in die dritte Reihe zurückgestuft worden. Grund: Er war im Training ohne Mepoletten gefahren. Es handelt sich hier um Aufkleber, mit denen die Reifen gekennzeichnet sind.

Die Scharte wetzte Puffe heute aus. Er wurde nach 15 Runden als Dritter abgewunken. Aber das Drama hörte nicht auf. Bei seiner Aufholjagd hatte er die Strecke verlassen und war über das Grün gefahren. Dafür erhielt er eine 2-Sekunden-Strafe, die ihn in der Wertung auch wieder abrutschen ließ, nämlich auf den sechsten Platz. Dritter wurde im Fotofinish Pepijn Bijsterbosch, der damit das BMW-Podium komplett machte. Suzuki-Mann Dominic Schmitter hatte um 0,004 Sekunden verfehlt, eine weitere Marke zu platzieren. GSX-R 1000-Kollege Toni Finsterbusch sah die Zielflagge als Fünfter. Danny de Boer, das niederländische Aushängeschild auf Kawasaki, kam auf Platz 15 ins Ziel. De Boer war in den ersten Runden als Siebter gelistet worden, in den letzten aber immer langsamer geworden. Das Team war ratlos und muss bis zum zweiten Lauf heute nachmittag den Fehler finden.