Da braut sich was zusammen. So durchgemischt war das ganze Feld noch nie. Nur an der Spitze hat sich nichts geändert: auf der Pole steht eine BMW. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Das Abschluss-Qualifying in der IDM Superbike 1000 geriet zum Mega-Spektakel. Teamchef Benny Wilbers war unruhig wie selten am Monitor in der Box. Der gebürtige Niederländer mit Firma und Wohnsitz in Deutschland stieß kleine Freudenschreie aus, wenn sein Fahrer Bastien Mackels in den einzelnen Sektoren der Schnellste war. Und dann war Mackels plötzlich auf Pole. Wilbers war selig. Nicht lange. Ilya Mikhalchik (alpha Racing Van Zon-BMW) schlug zurück, setzte sich auf die Pole vor Mackels. Und schließlich schaffte auch Lorenzo Lanzi auf der MGM-Yamaha den Sprung in die erste Startreihe und zeigte sich zwischendurch sogar an der Spitze. Der kleine, quirlige Italiener erwies sich bei seiner zweiten Stipp-Visite in diesem Jahr erneut als Glücksgriff für das ansonsten schwer gebeutelte Team.

Danny de Boer, der von Yamaha zu Saisonbeginn geflüchtete Niederländer, musste ein Problem lösen. Denn im ersten Training hatte sich ein Drama ereignet. Der Motor an der Weber-Kawasaki war gleich in der ersten Runde hochgegangen. De Boer hatte somit keine einzige gezeitete Runde vorzuweisen, was bedeutete, dass er überhaupt noch nicht für das Rennen qualifiziert war. Somit stand der ZX-10 R-Pilot in der zweiten Session gewaltig unter Druck. Aber mit diesem kann er umgehen. Als Viertschnellster eröffnet er morgen vor dem Rennen die zweite Startreihe. Neben ihm stehen Stefan Kerschbaumer (Yamaha) und Dominic Schmitter (Suzuki). In der dritten Reihe macht Alessandro Polita (Honda) den Anfang. Damit sind bereits unter den Top 7 alle in der IDM Superbike 1000 vertretenen Motorradfabrikate am Start: BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha.

Was sonst noch aufgefallen ist: Daniel Kartheininger ist nur auf Platz 15 in der Startaufstellung. Er kämpfte im Training mit Getriebeproblemen. Jan Halbich auf der Schnock-Kawasaki ist auch nur einen Platz besser. „In Assen tun wir uns immer etwas schwer“, sagt Cheftuner Roman Raschle. „Hier sind wir nie testen. Wir haben auch ganz andere Einstellungen als im letzten Jahr und müssen von Null anfangen.“