Immer unterwegs. Früher Rennfahrer, heute Mechaniker bei Danny de Boer. Und die Ehe hat dabei gehalten. Am Sonntag feiert Matthias Neukirchen mit seiner Nadja Silberhochzeit. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Die Haare sind grau geworden, ein paar Fältchen haben sich im Gesicht eingenistet, aber das strahlende Lachen ist immer noch das gleiche wie früher. Matthias Neukirchen hat vor zwei Jahren die 50 überschritten, aber das Alter ist nur eine Zahl. Er ist verrückt wie eh und je, kann ohne Rennstrecke nicht leben. In der IDM Superbike 1000 bereitet der zweifache Familienvater die Kawasaki ZX-10R für Danny de Boer vor und unterstützt damit die langjährige Technik-Legende Kurt Stückle.

Neukirchen war 2000 und 2001 Deutscher Meister in der 250er-Klasse. Er fuhr bis 2007 Straßenrennen, kehrte 2012 aber für acht Veranstaltungen zu Ducati Deutschland in die Superbike-Klasse zurück. Doch danach widmete sich der Großheubacher vornehmlich dem Trialsport, aus dem er ursprünglich kommt und in dem er schon 1987 Meister wurde. Mittlerweile betreibt Neukirchen seit acht Jahren ein eigenes Team. Seine Mannschaft hat schon einen DM-Titel geholt. Der Vollblut-Racer hat den Vorsitz im MSC Großheubach übernommen und er wurde auch in den Vorstand Motorsportjugend im DMV geholt. Das Benzin im Blut gab er an seine Töchter weiter. Michelle (22) und Danielle (16) sind begeisterte Trialsportlerinnen.

Den Kontakt zur Rundstrecke hat Neukirchen nicht zuletzt durch Kurt Stückle nie verloren. So rutschte er jetzt auch ins Team Weber Motos rein, hatte dort vor Danny de Boer schon mit Mathieu Gines zu tun. Es hat sich viel getan in den letzten Jahren, stellt Neukirchner immer wieder fest: „Zu meiner aktiven Zeit konnten die Rennfahrer noch richtige Aussagen zum Motorrad treffen. Heute machen sich die meisten Fahrer weit weniger Gedanken um die Technik und verlassen sich auf die Elektronik. Ich denke, dass manch guter Rennfahrer ohne Hilfsmittel kein guter Rennfahrer wäre.“ Und er fügt hinzu: „Die Technik hat sich weiterentwickelt. Wenn man sie zur Verfügung hat, muss man sie nutzen. Das eigene Feingefühl geht dadurch aber etwas verloren.“