Die spannende Schlussphase beginnt: Auf dem TT Circuit Assen läutet die Motor Presse Stuttgart als Promotor die vorletzte Runde der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) ein. Vom 7. bis 9. September 2018 geht es rund auf der Rennstrecke in den Niederlanden, auf der jährlich auch ein Lauf zur Motorrad-Weltmeisterschaft ausgetragen wird.

Es ist das zweite Auslandsgastspiel der IDM, und das steckt voller Überraschungen. Denn für die Rennen auf dem Geschlängel aus 17 Kurven sind etliche einheimische Gastfahrer angemeldet. Welche Auswirkungen hat das? Die Fans erwartet purer Nervenkitzel. Vier IDM-Klassen rollen an den Start.

Die IDM Superbike 1000 ist die Königsklasse. Ihre Kennzeichen: hochgezüchtete Motorräder von BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha mit einer Leistung von über 200 PS. Der Titel geht an einen BMW-Fahrer – das steht schon fest. Nur an wen, ist die große Frage. Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW) führt die Gesamtwertung an. Der Ukrainer hat 13 Punkte Vorsprung auf seinen Verfolger Bastien Mackels (Wilbers-BMW). Dem Belgier folgt wiederum Mikhalchiks Teamkollege Julian Puffe. Der Deutsche aus der Rennstadt Schleiz hat zwar weitere 61 Punkte Rückstand, doch abgerechnet wird zum Schluss. Auch wenn nur noch vier Rennen ausstehen, kann sich das Blatt noch komplett wenden. Nicht zuletzt, weil sich das Fahrerkarussell nach der Sommerpause gedreht hatte. Konstant geblieben ist auf jeden Fall Stefan Kerschbaumer aus Österreich als bester Yamaha-Fahrer und Gesamt-Vierter. Ihm folgt mit Dominic Schmitter aus der Schweiz der schnellste Suzuki-Fahrer. Sechster ist Jan Halbich aus Tschechien, der von Honda zu Kawasaki gewechselt ist. Honda hat mit dem Italiener Alessandro Polita in Assen das zweite Mal einen IDM-Neuzugang am Start. Das Feld ist hochkarätig und international aufgestellt und mittendrin der niederländische Lokalmatador Pepijn Bijsterbosch. Der BMW-Fahrer aus Heerde ist momentan Tabellen-Achter, und es geht verdammt eng zu in den Top Ten der Meisterschaft. Nur 13 Punkte mehr und Bijsterbosch wäre Fünfter. In den Top Ten konnte sich auch Bobby Bos auf Yamaha etablieren. Der erst 19-jährige Niederländer ging zuletzt auf dem Lausitzring zwar erstmals ohne Punkte nach Hause, aber in Assen will er auftrumpfen. Spannung verspricht, wie sich IDM-Rückkehrer Danny de Boer zu Hause schlägt. „Bis zum Saisonende können wir ein Ergebnis unter den ersten Fünf erreichen“, glaubt der Kawasaki-Neuling nach der ersten Veranstaltung mit den Grünen.

In der IDM Supersport 600 deutet alles auf einen Titelgewinn den Sachsen Max Enderlein auf der Freudenberg-Yamaha hin. Theoretisch könnte er sich sogar einen Ausfall leisten, ohne dass er die IDM-Führung verlieren würde. Die Markenkollegen Marc Buchner, Daniel Rubin und Kevin Wahr, der für das niederländische mvr-Racing-Team antritt, sind aber immer noch in der Lage, die Entscheidungen zu ihren Gunsten zu drehen. In der IDM Supersport 600 trifft die Konkurrenz mit Motorrädern aufeinander, die etwa 135 PS Leitung haben und 270 km/h Spitze fahren. Als Gastfahrer für die IDM-Runde in Assen haben sich unter anderem der Supersport-300-WM-Pilot Scott Deroue und Rob Hartog angemeldet. Viel Bewegung ist auch dank der Superstock 600-Piloten vorhanden. Sie fahren im gleichen Feld, dürfen nicht so viel an ihren Serienmotorrädern ändern und werden getrennt gewertet.

Nerven zerreißende Duelle spielen sich in der in der IDM Supersport 300 ab. Hier tummeln sich die jungen Wilden. Das Einstiegsalter liegt laut FIM-Reglement bei 15 Jahren. In der kleinsten IDM-Klasse ist 2018 erstmals auch KTM als Partner vertreten. Gewichts- und Drehzahllimits für die einzelnen Motorräder in der Klasse sorgen für eine Chancengleichheit der Beteiligten. Victor Steeman aus den Niederlanden hat nur vier Punkte Vorsprung auf seinen deutschen Verfolger Toni Erhard, der in der Lausitz sein erstes IDM-Rennen gewonnen hat. Was passiert zwischen den KTM-Piloten in Assen? Oder funkt Lokalmatador Dion Otten dazwischen? Der Meisterschafts-Dritte ist der einzige Honda-Pilot im ganzen Feld, das vor Niederländern nur so strotzt.

In der IDM Sidecar ist Bennie Streuer das Aushängeschild aus den Niederlanden, doch der IDM-Titelverteidiger wird ausgerechnet am Wochenende bei seinem IDM-Heimrennen fehlen. Der neue Titel liegt zwar in Reichweite, doch seine Sponsoren haben ihn für den WM-Lauf in Rijeka verpflichtet. Streuer und sein Beifahrer Gerard Daalhuizen haben ein Punktepolster von 30 Zählern auf die Zweitplatzierten Josef Sattler/Uwe Neubert, doch das wird nun gefährlich schrumpfen. Ein Sieg der Gesamt-Dritten André Kretzer/Björn Bosch in Assen würde die Angelegenheit enger machen.

Im Rahmenprogramm der IDM tragen auch der Twin Cup 700 sowie der Suzuki GSX-R 1000-Cup jeweils zwei Rennen aus. BMW lässt Kunden und betuchte Interessenten die HP4 auf der Strecke erfahren. Die Zuschauer erwartet ein Non-Stop-Programm auf und neben der Rennstrecke. Bei den öffentlichen Pressekonferenzen erfahren die Fans alle Details aus erster Hand. Beim Pitwalk mit Autogrammstunde gibt es eine Nähe zu den Idolen wie sonst nirgendwo. Tickets für das PS-Spektakel gibt es ab 19,00 Euro. Der Eintritt für das ganze Wochenende kostet 35,00 Euro. Die Preise gelten für Zuschauer ab 18 Jahren, darunter ist der Eintritt frei.