Danny de Boer und Weber Motos machen ab sofort gemeinsame Sache. Bis zum Saisonende will de Boer auf der Kawasaki mindestens einmal unter die Top 5 kommen. Text: Anke Wieczorek; Foto: Emil Weber

Die Welt des Niederländers Danny de Boer und im Team Weber Motos ist wieder in Ordnung. Sie haben einen Deal gemacht. De Boer übernimmt ab sofort die Kawasaki ZX-10R bei den Schweizern. Damit geht beidseitig eine Odyssee zu Ende.

De Boer hatte vor der Saison im MGM Yamaha-Team von Michael Galinski angedockt. Er wurde als potentieller Titelkandidat gehandelt. Das Material und die Vorbereitungen für die R1M waren beim ersten Rennen aber völlig anders als die versprochenen Erwartungen des Niederländers. Er hätte damit nicht aufs Podium fahren können, schätzte er die Lage nüchtern ein. De Boer zog seinerseits die Notbremse und stieg aus.

Bei Weber Motos hatte man mit Mathieu Gines, den ehemaligen Langstrecken-Weltmeister, als Zugpferd gerechnet, der zum Saisonbeginn verletzt fehlte und auch danach nicht zur Topform auf der ZX-10R auflief. In Schleiz war der Franzose auch nicht am Start. Er zog der IDM Superbike 1000 das Endurance-WM-Rennen in Suzuka vor.

Nun ist alles neu zusammengefügt. De Boer wird die letzten drei IDM-Veranstaltungen auf dem Lausitzring, in Assen und das Hockenheim-Finale für Weber Motos fahren. Per Mail hatte der Niederländer schon letzte Woche zugesagt. Jetzt wurde in Hockenheim getestet und es gab es den finalen Handschlag. Die Chemie zwischen allen Beteiligten stimmt.

„Der Test war uns wichtig. Wir wollten sehen, ob Danny mit der Kawasaki auch wirklich klarkommt“ sagt Teamchef Emil Weber. Danny de Boer erzählt: „Das Wichtigste für mich war erst einmal, dass eine familiäre Atmosphäre im Team herrscht. Das Umfeld brauche ich, um Erfolg zu haben. Mit der Mit der Kawasaki haben wir noch viel Arbeit vor uns, aber in ihr steckt Potential. Am Morgen hatte ich noch große Probleme und wir mussten das Setup komplett verändern. Am Ende des Tages war ich wesentlich schneller unterwegs. Mit ein paar mehr Stunden auf dem Motorrad wird das noch besser und ich glaube, dass wir zum Saisonende unter die ersten Fünf kommen können.“ Dass BMW an der Spitze eine Klasse für sich sein würde, war de Boer fast klar. „Ich habe es im letzten Jahr schon gesehen und geahnt, als ich dort gefahren bin.“