Kevin Wahr meldete sich auf dem Schleizer Dreieck vor 28.000 bestgelaunten Zuschauern auf der Siegesstraße zurück. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Im zweiten IDM Supersport 600-Lauf auf dem Schleizer Dreieck überschlugen sich die Ereignisse. In Abwesenheit des im ersten Lauf gestürzten Marc Buchner, der ersten Meldungen zur Folge eine Gehirnerschütterung auskurieren muss, siegte Kevin Wahr (mvr-Racing). Sensationeller Zweiter wurde Dennis Lippert (T.O.M. Racing powered by myMoto24.de). Max Enderlein (Freudenberg World SSP Team) auf dem dritten Platz war ein schlechter Verlierer.

Aus der ersten Runde kam Enderlein in Führung liegend zurück. Nach der dritten Runde hatte sich Kevin Wahr an die Spitze gesetzt und nach seiner Durststrecke fuhr der Nagolder in seinem neuen Team, auf einem neuen Motorrad und mit dem in Schleiz eingebauten WP-Fahrwerk zum Sieg. „Wir haben mit dem Sieg die Ernte für unsere Arbeit eingefahren und somit bekommen, was wir verdienen. Den Sieg heute Morgen hat man mir genommen“, sagte Wahr nachher ungewohnt offen. „Die Strafe für meinen angeblichen Frühstart war falsch. Wenn ich etwas gemacht haben soll, dann war ich nicht der Einzige.“ Und er richtete im Interview bei der Siegerehrung indirekt die Frage an Max Enderlein, wie er sagen könne, dass er hätte gewinnen können, obwohl er Dritter geworden sei. Enderlein hatte zuvor mit versteinerter Miene ein Statement in dieser Richtung abgegeben.

Viel schwerer mag dem Sachsen die Niederlage gegen Dennis Lippert im Magen gelegen haben, der sein Glück kaum fassen konnte: „Zweiter Platz. Wahnsinn. In meinem Rookie-Jahr.“ Lippert hatte Enderlein am Ende des Rennens überholt und beteuerte: „Ohne Berührung, ohne eine kritische Situation.“ Und er erklärt: „Den Gegner studieren und dann zum richtigen Zeitpunkt überholen. So hat man mich das gelehrt.“