Zwei Nationen, zwei Marken. Josef Sattler siegte auf BMW, der Niederländer Bennie Streuer wurde auf Suzuki Zweiter und André Kretzer Dritter, ebenfalls auf Suzuki. Text: Anke Wieczorek, Fotos: Dino Eisele

Der erste Sidecar-Lauf wurde von Josef Sattler/Uwe Neubert (Adolf RS1 F1 BMW) gewonnen. Das bayrisch-sächsische Unternehmen verwies Titelverteidiger Bennie Streuer/Gerard Daalhuizen (LCR F1 Suzuki) mit 9,052 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Hinter den Spitzenreitern klaffte eine große Lücke, ehe André Kretzer/Björn Bosch (LCR F1 Suzuki) als Dritte auf die Ziellinie einbogen.

Für Sattler hätte der Samstag ganz anders ausgehen können. Bei der Startprozedur versagt die Visiermechanik an seinem Helm. Die Scheibe brach ab und Sattler stand plötzlich ohne Schutz da. Ein Glück, dass seine Gattin fix reagierte und im Eiltempo den Zweithelm aus dem Boxenzelt herbeiholte. Glück gehabt: Nur eine Minute später erfolgte für die Sidecars der Start in die Besichtigungsrunde und Sattlers Siegeszug nahm seinen Lauf. Bennie Streuer konnte nichts gegen ihn ausrichten. „Ich bin genauso gefahren wie im vergangenen Jahr. Schneller ging es nicht.“ Der Niederländer ist unterwegs in der Mission Titelverteidigung. Aktuell liegt er in der IDM-Gesamtwertung in Führung. Falls Sattlers Berufung gegen die Disqualifikation von Zolder erfolgreich sein sollte, sieht die Situation anders aus. Aber an der Spitze sei das letzte Wort ohnehin noch nicht gesprochen, denkt Streuer.

Das wahre Drama spielte sich anfangs viel weiter hinten ab. Beim Rausfahren aus dem Zelt in Richtung Vorstart traten am Suzuki-Gespann Elektrik-Probleme auf. Hektik kam auf. Die Mechaniker gaben Alles, aber Kretzer schaffte es nicht mehr pünktlich bis zur Strecke. Das hatte zur Folge, dass er sich nicht auf dem im Training ergatterten dritten Startplatz einreihen durfte, sondern als Letzter hinter dem Feld anstellen musste. Daraufhin folgte die Kretzer-Show schlechthin. Nach drei Runden spielte er schon wieder vorne mit und aus Runde vier kam er als Dritter zurück. Mike Roscher/Anna Burkard (LCR F1 BMW) hatten als Vierte den Durchmarsch aufs Podium zwar verhindern wollen, hatten aber keine Chance.