Mit 70 Kilo fettfreiem Gewicht, verteilt auf 184 Zentimeter Größe, ist Julian Puffe der geborene Modellathlet. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Es ist wie ein Fluch. Vier Rennen sind gelaufen, in drei davon wurde Julian Puffe Vierter. Einmal war ein dritter Rang drin. Aber danach war es eben schon wieder ein vierter. Der 22-jährige Schleizer hat davon die Nase voll. Von Verzweiflung jedoch keine Spur. Stattdessen offeriert er eine Kampfansage.

„Meine Strecken kommen noch.“

Sie heißen Zolder und Schleiz. „Das Layout in Zolder gefällt mir, genauso wie der Sprunghügel. Das hat was von Roadracing.“ Nächste Woche kann er sich dort auf der BMW S1000 RR ausleben. Und in Schleiz, da ist er sowieso zu Hause und dort hat er vor zwei Wochen auch schon trainiert.
Julian Puffe ist in der IDM Superbike 1000 und im Team alpha Racing-Van Zon-BMW als Mensch angekommen. „Vom Umfeld her ist das ein klarer Fortschritt gegenüber meinen letzten Jahren in der Superstock-EM. Es gab dort zwar mehr Spitzenfahrer, aber im Moment fahre ich lieber in der IDM Superbike 1000, in der ich in einem tollen Team eingebunden bin“, sagt Puffe. Und er fügt hinzu: „In der EM war ich immer in ausländischen Teams, in denen niemand gut Englisch sprechen konnte. Entweder bist du Spanier oder Italiener, sonst hast Du schlechte Karten. Das hat mich nicht weitergebracht. Vor allem 2017 war ein Jahr voller Widersprüche.“

Bei alpha Racing-Van Zon-BMW erklärt ihm Datenspezialist Jens Schulze nun alles auf Deutsch und es gibt nirgendwo Verständigungsprobleme.

Und was sagt Julian Puffe zu seinem Teamkollegen und IDM-Neuling Ilya Mikhalchik, der schon drei Rennen gewonnen hat? Er kennt den Ukrainer bereits aus der Superstock 1000-EM. „Ilya war schon in der EM sehr schnell. Damals hatte ich im beim Zieleinlauf 30 Sekunden Rückstand auf ihn. Jetzt sind es nur noch sieben, obwohl die IDM-Distanz länger ist. Es geht richtig vorwärts und alles ist anders.“

Wenn Puffe nicht arbeitet, trainiert er seine Fitness in jeder freien Minute. Er ist Rennradfahrer aus Leidenschaft. Am vergangenen Wochenende hat er beim Jedermann-Rennen auf der acht Kilometer langen Runde rund ums alte Schleizer Dreieck teilgenommen. Julian Puffe hat die 40-Kilometer-Distanz absolviert, wurde 24. im Gesamtklassement und Zweiter in seiner Altersklasse. Geht doch.