Das ist der Hammer: Der Sieg von Bastien Mackels versetzt das Wilbers-BMW-Team in eine euphorische Stimmung. Text: Anke Wieczorek, Foto: Dino Eisele

Diesen Sieg für das Wilbers-BMW-Team darf Bastien Mackels richtig auskosten. Chef Benny Wilbers ließ sich beim Blick aufs Podium des ersten IDM Superbike-Laufes in der Saison 2018 dazu hinreißen, seinem Fahrer vor lauter Glück ein richtig tolles Auto zu spendieren – wenigstens für ein Wochenende. Es sieht nach einem extrem sportlichen BMW aus. Das Besondere: In Belgien, wo Mackels lebt, muss für solche Fahrzeuge eine Luxussteuer gezahlt werden, demzufolge hält sich der private Besitz im Land schwer in Grenzen.
Sieger Mackels hatte im Rennen keine Fehler gemacht. Bester Schachzug war sein fulminanter Start, mit dem er Polesetter Ilya Mikhalchik vom alpha Racing-Van Zon-BMW-Team sofort hinter sich ließ. Zusammen an der Spitze schenkten sich Mackels und der Ukrainer nichts. Zeitgleich passierten sie den ersten Sektor. Das Rennen hätte für Sieger Mackels aber auch anders ausgehen können. Als Mikhalchik zum Endspurt ansetzte, war er nur noch schlappe 0,248 Sekunden von Mackels weg. Im Doppel-S ging der Ukrainer sogar in Führung, bevor sich Mackels vor Start-Ziel wieder innen durchdrückte. Es ging harschaarf und mit zwei Touchierungen zur Sache. Am Schluss siegte Mackels mit einer Armlänge Vorsprung.
Für Mikhalchik, der den Kurs bis dato nicht kannte und zuvor nie auf Slicks gefahren war, war der zweite Platz ein super Einstand. Der 21-jährige IDM-Neuzugang gestand: „Der Kurs kostet auch physisch viel Kraft.“
Jan Halbich sorgte mit Platz drei für ein Aufatmen bei Honda. „Die neue Elektronik bringt uns einen deutlichen Schritt vorwärts. Wir sind zwar immer noch in der Lernphase, aber es geht immer besser voran“, sieht sein HRP-Teamchef Jens Holzhauer. Das erste Qualifying hatte das Team noch als Training benutzt, um einen Stoßdämpfer zu testen und um das Set-up zu verbessern. Im zweiten Qualifying war Halbich dann in die erste Startreihe gebraust.
Die Gruppe hinter Halbich fiel im letzten Drittel des Rennens etwas auseinander. Danny de Boer musste sich als Aushängeschild von Yamaha MGM als Fünfter zufrieden geben. Er hatte auf einen Platz in den Top 3 gehofft. Toni Finsterbusch brachte auf Platz sieben die beste Suzuki ins Ziel. Zu Beginn war er weiter vorne unterwegs gewesen, doch zur Mitte des Rennens forderte der Reifenabrieb seinen Tribut. Keine Punkte gab es für Kawasaki. Lucy Glöckner wurde von hinten gerammt, ein Plastikteil verfing sich im Motorrad. Die Sächsin musste an die Box und kehrte mit einer Runde Rückstand ins Feld zurück.